Working Papers

Working Paper 2/2017

Europa zwischen Globalisierung und Renationalisierung

Abstract

Der Widerstand gegen die Globalisierung in den Industriestaaten wächst, populistische Bewegungen in Europa und den USA gewinnen an Bedeutung wobei rechte, linke und wachstumskritische Bewegungen mit unterschiedlichen Motiven eine Renationalisierung der Politik unterstützen. Die ökonomische Theorie betont die Vorteile der Globalisierung, durch verstärkte Arbeitsteilung, bessere Nutzung der Ressourcen und raschere Dissemination von Wissen und Technologien. Sie betont aber auch, dass es Verlierer des Prozesses gibt, wenn Ungleichheiten und Ungleichgewichte sich verschärfen und Globalisierung wirtschaftspolitisch begleitet werden muss. Dieser Artikel untersucht ob die Vorteile aber auch die Ungleichgewichte in der letzten Globalisierungsphase eingetreten. Er berichtet über die fehlende politische Begleitung, die zunehmende Globalisierungskritik in den Industrieländern und die Forderung nach Renationalisierung der Politik. Die falsche Verherrlichung der Vergangenheit und egoistischen Reaktionen verschärfen allerdings die Probleme und gefährden die Wohlfahrt. Kriterien einer verantwortungsbewussten Globalisierung werden entwickelt. Globale Herausforderungen verlangen internationale Regeln, sie dürfen jedoch nicht in zentralistische Maßnahmen münden die als Fremdbestimmung empfunden werden. Europäische Ziele und Rahmenbedingungen sollen so gewählt werden, dass sie den nationalen Spielraum erweitern und Bottom-Up-Initiativen fördern. Dieser „Empowermentansatz“ sollte in die strategische Neuausrichtung Europas einfließen und könnte den Beginn einer europäischen Globalisierungsstrategie darstellen, die Standards nach oben angleicht und die bisherigen Verlierer befähigt, an den Vorteilen der Globalisierung teilzuhaben.

Aiginger, K. (2017), Europa zwischen Globalisierung und Renationalisierung. Querdenkerplattform: Wien-Europa, Working Paper 2/2017, Wien. 

Working Paper 1/2017

MEHR NATIONALE SOUVERÄNITÄT DURCH EINE NEUE EUROPAPOLITIK - DAS DILEMMA ZWISCHEN GLOBALEN HERAUSFORDERUNGEN UND NATIONALEM GESTALTUNGSWUNSCH 

Abstract

People in Europe are striving for a better life despite the prevailing economic and political setup becoming increasingly difficult: Climate change, political instability, migrant flows and new technologies are jeopardising welfare or are at least boosting uncertainty. Stronger European policy coordination could both reduce unemployment and inequality and provide Europe with a leading role in efforts to combat climate change. Distrust, however, is rising; distrust both of European policies, which are perceived as being centralist, and of globalisation, which is regarded as externally controlled.

This article argues that European policies must first visibly contribute to solving top-priority problems such as unemployment, inequality and climate change. Secondly, they must concentrate on issues which can be better addressed by means of joint and coordinated efforts and which relate directly to living conditions. And thirdly, and this is the main focus of this analysis they must be shaped in such a way that they widen the potential for technical, social and environmental innovations at the national level. International coordination can furthermore reduce the pressure for each country to overemphasise "low-road strategies" focussing on price competitiveness only. We discuss this for four policy areas and present best practice examples. 

Aiginger, K. (2017), Mehr nationale Souveränität durch eine neue Europapolitik - Das Dilemma zwischen globalen Herausforderungen und nationalem Gestaltungswunsch, Querdenkerplattform: Wien - Europa, Working Paper 1/2017, Wien.